Luxembourg City Film Festival

Gewinnerfilme 2017

Luxemburg. Am gestrigen Abend wurden im Utopolis-Kirchberg im Rahmen der Abschlussfeier des Luxembourg City Film Festival die Gewinnerfilme der festivaleigenen Awards bekanntgegeben.

 

Die Kinderjury kürte in diesem Jahr den Film „Auf Augenhöhe “ von Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf.

Inhaltsangabe:

Ein flammendes Plädoyer für die Akzeptanz des Andersseins.

Seit dem Tod seiner Mutter lebt der zehnjährige Michi im Kinderheim. Eines Tages findet er die Adresse seines Vaters Tom. Doch die erste Begegnung der beiden wird eine große Enttäuschung: Tom ist kleinwüchsig und entspricht so gar nicht Michis Vorstellungen eines Vaters. Seinerseits ist Tom vom plötzlichen Vaterglück überrumpelt und von der Ablehnung seines Sohnes tief enttäuscht. Körperlich auf Augenhöhe müssen die beiden einige Hindernisse und ein überraschendes Ereignis überwinden um zueinander zu finden.

 

Als Lieblingsfilm der Kinder wurde der Film „Richard der Storch “ von Tobias Genkel und Reza Memari ermittelt.

Inhaltsangabe:

Kleine Vögel, großes Geklapper.

Der verwaiste Spatz Richard wurde von Störchen aufgezogen und glaubt selbst einer zu sein. Als die Zugzeit kommt, deckt seine Storchfamilie Richards wahre Identität auf und muss ihn zurücklassen, da er die Reise nach Afrika nicht überleben würde. Fest dazu entschlossen allen zu beweisen, dass auch er ein Storch ist, macht er sich auf in Richtung Süden. Begleitet von der zu groß geratenen Zwergeule Olga, ihrem imaginären Freund Oleg und Kiki, dem karaoke-singenden Wellensittich findet er zu seiner Familie und zu sich selbst.

 

Der Preis der Jugendjury ging an den Film „Sàmi Blood (Sameblod)“ von Amanda Kernall.

Inhaltsangabe:

Im Schweden der 1930er Jahre wird die 14-jährige Rentierhirtin Elle Marja ihrer Familie entrissen. Fortan lebt sie in einem Internat in dem das Ziel ist, die eingeborenen Sámi für den Rest der schwedischen Gesellschaft zu „akzeptablen“ Bürgern zu erziehen. Obwohl sie ständigen rassenbiologischen Auffassungen und Untersuchungen ausgesetzt ist, ist sie anfangs neugierig und meistert den Unterricht, sowie schnell auch die schwedische Sprache, während ihre Schwester sich mit der neuen Umgebung schwertut. Ihr Wille akzeptiert zu werden und ihre aufblühende Sexualität lassen Elle Marja die abscheuliche Rassenlehre verinnerlichen und treiben bald einen Keil zwischen sie und ihre Mitschüler. Doch um sich vollständig in der fremden Gesellschaft zu assimilieren, ist sie gezwungen eine neue Identität anzunehmen und mit ihrer Familie, Kultur und Traditionen zu brechen.

 

Der Zuschauerpreis wurde dem Film „Dark Night “ von Tim Sutton zugesprochen.

Inhaltsangabe:

Ein gelangweiltes und von Waffengewalt besessenes und geplagtes Vorstadtamerika.

An einem schwülen Sommertag gehen in einer amerikanischen Vorstadt eine Handvoll Menschen ihrem Alltag nach. Ein Jugendlicher zieht einsame Videospiele dem wirklichen Leben draußen vor der Haustür vor. Ein traumatisierter Irakveteran ringt verzweifelt um die Nähe seiner Familie. Ein Einwanderer versucht vor allem keine Aufmerksamkeit zu erregen, während ein aufstrebendes Model nichts sehnlicher will. Sie alle eint große Hoffnungslosigkeit. Beim Sonnenuntergang werden sie alle vom gleichen schrecklichen Vorfall eingeholt. Vage vom 2012er Amoklauf in einem Kino in Aurora, Colorado, inspiriert, ergeben die einzelnen Episoden des Films ein verstörendes Bild der USA und dringen tief in die Psyche einer verunsicherten Nation ein.

 

Der Film „I am not your negro“ von Raoul Peck gewann den „Documentary Award“.

Inhaltsangabe:

Die Bürgerrechtsbewegung und Realität der Afroamerikaner in den USA heute.

Über persönliche Auftritte des Schriftstellers und eingesprochene Texte aus seinem letzten, unvollendeten Buchprojekt, macht sich Raoul Pecks „I Am Not Your Negro“ die Worte James Baldwins (einer der entschiedensten Anführer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung), zu eigen um die tragischen Tode von Malcolm X, Martin Luther King Jr. und Medgar Evers zu behandeln. So wird eindrücklich klar wie die Wahrnehmung (und die Realität) der Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten fabriziert und aufgedrückt wird.

 

Der „Critics Award“ ging an den Film „Glory (Slava)“ von Kristina Grozeva und Peter Valchanov.

Inhaltsangabe:

Als ein Eisenbahnarbeiter einen Korruptionsskandal aufdeckt beginnt ein Kampf um seine Würde und eine alte Armbanduhr.

Als der Eisenbahnarbeiter Tsanko Petrov bei einem Kontrollgang Millionen in bar an der Strecke findet, entscheidet er sich dafür ehrlich zu sein und gibt die gesamte Summe bei der Polizei ab. Als Dank und Finderlohn erhält er eine Armbanduhr, die aber schon bald den Geist aufgibt, und Petrov dem Gespött und Hohn seiner Kollegen aussetzt. Gleichzeitig jagt die PR-Chefin des Transportministeriums ihn als Held durch die Medien um von einem Korruptionsskandal in der Regierung abzulenken.  Für den Eisenbahnarbeiter beginnt nun ein Kampf um seine Ehre und Würde – und um seine alte Uhr, die er schmerzlich vermisst.

 

Der Hauptpreis, der „Grand Prix“, wurde von Aki Kaurismäkis Film „The other side of hope (toivon tuolla puolen)“ gewonnen.

Inhaltsangabe:

Helsinki und Finnland durch die Augen eines   syrischen Flüchtlings

Eines Tages findet der  pokersüchtige Restaurantbesitzerr Wikström den syrischen Flüchtling Khaled, der zwischen Mülleimern im Hinterhof des Restaurants sein Schlafzimmer eingerichtet hat.. Die erste Begegnung endet in einem Faustkampf, doch mit der Zeit knüpfen sie freundschaftliche Bande. Zusammen mit seinen Angestellten und einem irakischen Flüchtling hilft Wikström.  Khaled mit den Eigenarten seiner Landsleute klarzukommen, für die schon ein Lächeln in der Öffentlichkeit einen Fremden als verrückt abstempeln kann. Doch schon bald erreichen Khaled Nachrichten seiner Schwester.

 

 

Diesen Sonntag (12. März), am letzten Tag des Filmfestes, habt ihr in der Cinémathèque in Luxemburg die Möglichkeit um 17 Uhr den „Critics Award“-Gewinnerfilm „Glory (Slava)“, um 19 Uhr den „Documentary Award“-Gewinnerfilm „I am not your negro“ und abschließend um 21 Uhr den „Grand Prix“-Gewinner „The other side of hope (toivon tuolla puolen)“ ansehen.

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