„Love and Understanding“

Luxemburg. Im Théâtre de Capucins in der Stadt Luxemburg ist noch am heutigen Abend das Theaterstück „Love and Understanding“ zu sehen. Das 1997 veröffentlichte Stück des britischen Autors Joe Penhall spielt als drittes seiner Werke ebenso wie seine Vorgänger im Bereich des Gesundheitswesens, diesmal aber nicht mit dem Fokus auf die Patienten; in diesem Fall dreht sich das Stück um den Arzt Neal (gespielt von Nickel Bösenberg), der unerwarteten Besuch von seinem Jugendfreund und Taugenichts Richie (gespielt von Owen Sharpe) erhält. Das 1 ½ stündige Drama mit Larisa Faber in der weiteren Rolle als Freundin des Arztes, benannt nach dem 1991er Song mit gleichem Titel von Cher, dreht sich um Beziehungen, Stress, Liebe und Kommunikation.

Nach einer aufregenden Zeit auf Reisen kehrt Richie aufgrund seiner in die Brüche gegangenen Beziehung zurück nach London und hat nicht nur Alkohol- und Drogenprobleme im Gepäck, sondern auch den Plan bei seinem Jugendfreund Neal und seiner Freundin Rachel auf unbestimmte Zeit unterzukommen. Sowohl Neal als auch Rachel leisten als Ärzte ein immenses Arbeitspensum von 100 Stunden in der Woche und sehen sich daher selten, was die Beziehung belastet. Richie redet viel und gerne und verdreht neben Wörtern auch die Meinungen von Menschen auf subtile Art durch Lügen, Verschweigen und Nachhaken. Bewusste Manipulation führt zur Zuspitzung der Probleme in der Beziehung des Pärchens. In einem Stück um Menschen mit ihren Problemen, Ängsten und Wünschen wird eindrucksvoll gezeigt, welche Wendungen manche Geschichten nehmen können, wenn ein Anstoß von außen hinzukommt.

Neben dem leicht verständlichen Stück in englischer Sprache, konnte der Zuschauer auch die Bühne als solche bewundern. Durch zahlreiche bewegliche und sich verändernde Elemente, konnte man eine Arztpraxis, eine Wohnung, und eine Bar miterleben, wobei die Bühne durch hochfahrende Elemente immer mehr Tiefe und Raum bot, wie auch die komplexer werdende Geschichte um die drei Personen.

Verschiedenste Versionen von Britney Spears‘ „Toxic“, sowie die untermalende Geräuschkulisse einer Londoner Wohnung in der Einflugschneise des Heathrow-Airports, bildeten die lebendige Ergänzung zu einem Stück aus dem alltäglichen Leben. Ein unterhaltsames Drama, das beim Zuschauen an einen Film erinnert, in dem die Schauspieler in vielen Szenen durch Lebhaftigkeit und sprühende Emotionen den Zuschauer in den Bann ziehen.

 

 

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