GrAFiTi Festival 2016

Auftakt des studentischen Theaterfestivals am 24. Mai

Eine Woche voll Theater, begabten Musikern, Workshops und einer einmaligen Atmosphäre – so war die siebte Auflage des GrAFiTi Festivals in Metz.

Dieses Jahr fand das studentische Theaterfestival zum ersten Mal in Frankreich statt und hielt für die Besucher ein abwechslungsreiches Programm bereit. Das grenzüberschreitende Festival bringt jährlich studentische Theatergruppen aus der Großregion sowie Polen und England zusammen, um spannende Theatermomente miteinander zu teilen und neue Freundschaften zu schließen.

Den Auftakt machte die saarländische Theatergruppe mit ihrem Stück „Graf Öderland“, das von dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch geschrieben wurde. Die Uraufführung der ersten Dramenfassung fand im Februar 1951 im Schauspielhaus Zürich statt und war Frischs erster Misserfolg auf der Bühne. Zwei weitere Anläufe unternahm Max Frisch, um seinem Werk zum Erfolg zu verhelfen. Und obwohl sich „Graf Öderland“ trotz zweier Überarbeitungen auf der Bühne nicht durchsetzten konnte,  bezeichnete Max Frisch es als sein liebstes und geheimnisvollstes Stück.

Der Ausgangspunkt der Handlung ist der scheinbar grundlose Mord eines unauffälligen Bankangestellten, der einen Hausmeister mit der Axt erschlägt. Niemand versteht das Motiv hinter dem Mord, einzig der Staatsanwalt zeigt Verständnis für die Tat. Von dem Mord inspiriert, bricht der Jurist  aus seinem geregelten Leben aus und folgt  der Legende des Grafen Öderland. Dieser zieht mit einer Axt durchs Land und tötet alle, die sich seinem Anspruch auf Freiheit entgegenstellen. Die zwei Hauptthemen des Werkes gehen auf zwei grundlegende Motive zurück: Die Sehnsucht nach dem Ausbruch aus gesellschaftlichen Zwängen und die wachsende Kritik an der bürgerlichen Ordnung.

Die Performance der Theatergruppe dauerte circa 1 ½ Stunden, und wurde trotz der deutschen Sprache  von vielen französischsprachigen Studenten besucht. Während der Vorstellung im Théatre du Saulcy wurde vor allem eines deutlich: die Darsteller von Thunis genossen ihre letzte Aufführung mit „Graf Öderland“  beim GrAFiTi Festival in vollen Zügen. Mit insgesamt 18 Darstellern auf der Bühne, war das Stück durch viele kleinere Rollen rund um die Geschichte des „Graf Öderland“ gekennzeichnet. Trotz der zahlreichen Schauspieler, war die Handlung aber verständlich aufgebaut. Verstellte Stimmen und die merkwürdige Inszenierung einiger Personen, sorgten zudem für Lacher im Publikum. Wer nun Lust bekommen hat, die Darsteller von Thunis in Aktion zu erleben, kann sich auf weitere Stücke im  den nächsten Monaten freuen. Im Juni und Juli werden die beiden Stücke „Ausgangssperre“ und „Geschlossene Gesellschaft“ präsentiert.

Nach einer kleinen Verschnaufpause stand die polnische Gruppe Entr‘ Acte aus Krakau um 20 Uhr mit „Bestiaire“ auf der Bühne. Die Handlung baute auf den Fabeln des französischen Schriftstellers Jean de La Fontaine auf. Obwohl einige Zuschauer Schwierigkeiten hatten, das Französisch der polnischen Darsteller zu verstehen, war die Performance beeindruckend. Einzig durch Mimik und Gestik wurde dem Zuschauer die Handlung vermittelt. Eine spannende Mischung aus Tanz und Theater bot zudem eine gelungene Abwechslung zum vorherigen Stück. In bunten Kleidern und Trachten bewegten sich die Darsteller elegant über die Bühne und zogen das Publikum in ihren Bann.

Bei der anschließenden Eröffnungsparty an der Porte des Allemands feierten zahlreiche Metzer Studenten und Theaterschaffende den erfolgreichen Start des GrAFiTi Festivals. Die zwei DJ´s von Ecumes sorgten für den richtigen Sound und der Champagner tat den Rest. Nach kurzer Zeit tanzten alle Besucher ausgelassen in der einmaligen Kulisse und zogen anschließend weiter in die Bars der Innenstadt.

Fotos von Thea gr. Darrelmann

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Ein Kommentar

  1. Von Datherine am

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